Zugspitzultratrail
Spezielle Erlebnisse teilt man sich mit seinen besten Freunden
-
Kann man 101km mit +/-5472 Höhenmeter zu Dritt gemeinsam laufen ?
Zugspitzultratrail
Spezielle Erlebnisse teilt man sich mit seinen besten Freunden
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Kann man 101km mit +/-5472 Höhenmeter zu Dritt gemeinsam laufen ?

Ruf gefolgt und haben das Abenteuer „Umrundung des Wettersteingebirges“ auf sich genommen. Medienwirksamer heißt
das „Zugspitzultratrail“, 101km und 5472 Höhenmeter bergauf und bergab.
Mein Weg ist vorgegeben, die Mont-Blanc Umrundung steht in
8 Wochen an, und so war die Generalprobe unterhalb der Zugspitze
mit dem letzten Test in Ernährung, Schuhe und Lauftempo richtig passend.








Das Wetter passt, die Kamera ist geladen, Rucksack ist gefüllt. Dieser wurde vom Veranstalter
30 Minuten vor dem Start auch nach der Pflichtausrüstung geprüft. Gut so, denn wir wollen alle unseren Spaß und keinen Rennabbruch durch Brüderchen Leichtsinn von dem einen oder anderen Teilnehmer, der sich in den Bergen überschätzt. Das super schöne Stadion Wetterstein öffnet
seine Toren und es geht um 7:15 Uhr in Grainau los.
Die Warmlaufphase geht über die Höllenklammschlucht, zum Eibsee nach Ehrwald. Nach einer Erfrischung an der der Ehrwalderalm, KM17, geht’s nun endlich rein ins Gebirge.






Hoch zum Feldernjöchl (2045mtr), vorbei am Steinernes Hüttl, Passquerung zur Rotmoosalm (1904mtr) und rasend schnell wieder hinunter zur Hämmermoosalm.
Wir Drei, Willi Melcher – Martin Zang und Oliver Binz – sind seit dem Start zusammen und haben
uns das Tempo von Beginn an recht gut eingeteilt. Bei Martin war der Akkustand
überraschenderweise leider schon nach dem ca 1200 Meter langen Anstieg zum Feldernjöchl
recht aufgebraucht.
Fast leer wurde der Akku beim ständigen Auf und Ab zur Rotmoosalm.
Martin schwankte zwischen Zurückfallen lassen und Aufgabe bei KM55.




Seine mentale Stärke und sein unheimliches Durchhaltevermögen schleppten ihn noch zur Verpflegungsstelle an KM42. Und hier passierte fast ein kleines Wunder. Innerhalb von 5min
konnte Martin seine Akkus wieder voll aufladen und war wie ausgewechselt.


Der entscheidende Anstieg mit über 600 Höhenmeter klappte in der 3er Gruppe hervorragend
und Martin war „Back in the race“. Prima. Der WOM (Willi-Oliver-Martin)-Zug rollte einheitlich
weiter.




Nach dem Scharnitzjoch (2048mtr) lief es 900 Höhenmeter abfallend zum 50km-Schild. Mitten zwischen Söllerpass und Gehrenspitze stand ziemlich emotionslos ein kleines Schild „50km“.
Unsere Uhr zeigte genau 9:00 Std:Min. Gut, man hatte schon schnellere Kilometerzeiten gehabt, aber es waren auch schon 3600 Höhenmeter erklommen und noch weitere 50km folgten.


Ein steiniger, erdiger, nasser und sehr anspruchsvoller Singletrail führte uns nach Reindlau zur Verpflegung Hubertushof.
Time to change.

Unsere größte Pause von 20min war vorher abgesprochen und wurde auch intensiv genutzt. Klamottenwechsel, Getränkedepot auffüllen, Beine lockern und Späßchen machen. Hier ging es uns gut. Und mir ging es richtig gut.
Nach meinem Einbruch vor 4 Wochen beim KUT über 85km
hatte ich meine Wettkampfverpflegung für den Zugspitzultratrail neu überdacht und während dem Wettkampf auch sehr genau eingehalten.



und man noch keinen Durst oder Hunger verspürt. Meine am
Ende verbrauchten ca. 12.000kcal mussten von Beginn an nachgefüllt werden. 1,0 Liter Isogetränk in zwei Flaschen und
0,7 Liter doppelt konzentiertes Vitargo-Elektrolytt im
Trinkrucksack (den hatte ich seit über einem Jahr extra mal
wieder ausgepackt), Vitargo-Riegel in kleinen Häppchen,
alle 60 Minuten 2 Salztabletten (ich hatte sage und schreibe 40 Stück davon dabei – und auch wirklich 36 Stück eingeworfen !),
das war die Marschverpflegung. An den 9 Verpflegungsständen gönnte ich mir immer einen neuen Liter Isogetränk, Powerriegel
vom Veranstalter und Mamorkuchen (zum Glück mein Favorit).
Zurück zu KM55: der Vitargo-Nachfüllzeitpunkt war gekommen, denn nach 9,5 Stunden war der Beutel leer und neues Futter konnte eingefüllt werden. Essen für die nächsten 9 Stunden.
On the road again konnte unser WOM-Zug erst mal wieder Fahrt aufnehmen und die
Leutscher Ache entlang rauschen, in Mittenwald links abbiegen und ab zum Ferchensee.

ehe es langgezogen den Schützensteig hoch und brutal den Kälbersteig runter zur Partnachklamm ging. Durch unser stetiges Tempo hatten wir uns mittlerweile über die Plazierungen 211 auf 144 vorgearbeitet. Wenn man schon mal bei einer Höhe von
800 Meter ist und 78km in den Knochen hat, kann man auch wieder über 1200 Höhenmeter am Stück hochmarschieren,
meint der Veranstalter. Also, hoch geht’s. Aber vorher ist Nachtzeit: 21 Uhr Licht aus, Lampe an.
Durch den Stuibenwald ging es in kleinen engen Serpentinen hoch auf 1600 Meter und der vorletzten Verpflegung bei KM89 – Langenfelder Talstation. Die Schweißtropfen vom Aufstieg wurden hier oben an der Kante durch den auffrischenden Wind gerade wieder weggepustet.

Unter uns liegt Grainau wunderschön erleuchtet. Was für ein Panorama
in der Johanni-Nacht. Nach dem Zwischenstopp folgte die Schleife auf die Bergstation Alpitzbahn und wieder runter nach Hause. Aber da standen uns
noch knapp 1300 Meter Abstieg bevor. Einen kleinen Gang raus und mit höchster Konzentration ging es den etwas rutschigen Trail runter nach
Grainau. Hand in Hand ins Ziel. Das war vor über 18 Stunden nicht auszudenken. Eine unglaublich gute sportliche und mentale Leistung von
Martin; bei Willi und mir zum richtigen Zeitpunkt topfit; diese Komponenten
und eine tolle Teamzusammenarbeit haben uns zu dem unglaublichen Ziel gebracht 18 Stunden und 29 Minuten unser liebstes Hobby mit den besten Freunden zu teilen. –Danke an Euch –

Gemeinsam und Gesund im Ziel beim Zugspitzultra 2011
Danke, Merci und Bon courage
Oliver Binz , 18:29 Stunden:Minuten, Platz 113 Juni 2011
25. Juni 2011